Gebratenes Hirschfilet in einer Wildjus mit grünem Pfeffer, glasierten Quitten und Maronenpüree
Hauptgericht für4 Personen vom Ostsee-Starkoch Gunter Ehinger
2009 war Gunter Ehinger der erste "Koch des Monats" bei Kochmonster. Hier zeigte er einen herbstlicher Klassiker, der durch das raffinierte Spiel der Zutaten Maronen und Quittten an Fahrt gewinnt.
© Gunter Ehinger/Hotel Belveder
Vorbereitungszeit: 2h 30m
Zubereitungszeit: 45m
Level: Sous Chef
Zubereitungsart: Mise en Place
Sternekochrezept
Zutaten
Hirschfilet
- 4 Stück Hirschfilet, frisch
- 200 g Rotkohl, fertig zubereitet
- 200 ml Wildjus, dunkel
- etwas Pfefferkörner, grün
- 1 Spritzer Zitronensaft, frisch gepresst
- etwas Bio-Zitrone, Schalenabrieb
- 2 EL Pflanzenöl
- 20 g Butter
- 1 Zweig Rosmarin, frisch
- 2 Zweig Thymian, frisch
- 2 Stück Pfefferkörner, schwarz
- 2 Stück Wacholderbeeren
- etwas Fleur de Sel
- etwas Pfeffer, bunt, im Mörser grob zerstoßen
Maronenpüree
- 100 g Maronen
- 12 g Butter
- 10 g Zucker, weiss
- 10 ml Kirschwasser
- 70 ml Geflügelfond
- 70 ml Sahne
- 1 Zweig Thymian, frisch
- etwas Salz
- 10 g Butter
Glasierte Quitten
- 1 Stück Quitte, frisch
- 1 TL Zucker, weiss
- etwas Quittenbrand
Macairkartoffeln
- 250 g Kartoffel
- 15 g Eigelb
- 5 g Butter
- etwas Mondamin
- etwas Speck-Zwiebelgemisch, in Pfanne ausgelassen
- etwas Petersilie, glatt, fein gehackt
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Pfeffer, schwarz, Bio
Pilze
- 6 Stück Steinpilze, frisch
- 0,5 TL Schalottenwürfel
- 2 Stück Schnittlauchhalme
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Pfeffer, schwarz, Bio
- 10 g Butter, geklärt
Zubereitung
Hirschfilet
Die Hirschfilet kurz im Öl anbraten, bei 115°C 6 Minuten im vorgeheizten Heißluftgerät (Ofen) garen und 10 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen, danach in der Butter mit den Aromaten und Gewürzen(schwarzen Pfeffer und Wacholderbeeren vorher zerdrücken) nachbraten, aufschneiden und würzen. Wildjus mit grünen Pfefferkörnern, Zitronenabrieb und einem Spritzer Zitronensaft verfeinern.
Maronenpüree
20 g Butter zerlassen, die gekochten und geschälten Maronen zugeben, Zucker zugeben und karamellisieren, mit dem Kirschwasser ablöschen, mit Sahne und dem Fond auffüllen, Thymianzweig zugeben und köcheln, ca. 15 Minuten lang, dann sollte der Fond leicht andicken und die Maronen nur noch leicht bedeckt sein. Pürieren, durch feines Sieb streichen und mit 10 g Butter aufmontieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Glasierte Quitten
Quitte schälen und so tournieren, dass man 12 schöne Tränen erhält. Diese mit einem kleinen Löffel Zucker vakumieren (oder in Gefrierbeutel einschließen) und 2,5 Stunden bei 85° im Dämpfer garen. Den entstehenden Fond reduzieren und darin die Quitten glasieren. Nach Wunsch mit etwas Quittenbrand verfeinern.

Macairkartoffeln
Kartoffeln heiß durch Kartoffelpresse drücken, restliche Zutaten mit der heißen Kartoffelmasse vermengen. 4 Plätzchen formen und in Butterfett goldbraun braten.
Pilze
Die Pilze vierteln, in dem Butterfett anbraten, die Schalottenwürfel zugeben, würzen und mit dem fein geschnittenen Schnittlauch oder Petersilie vollenden.
Anrichten
In der Mitte von großen, vorgeheizten Tellern den Rotkohl in einem Ring anrichten, darauf das Kartoffelplätzchen legen, darauf das tranchierte Hirschfilet anrichten. Vor dem Tellerrand im gleichen Abstand drei Nocken Maronenpüree abstechen, darauf die glasierten Quitten legen, mittig zwischen die Maronenpüreenocken je 2 Pilzviertel anrichten, mit Sauce vollenden.
Weinempfehlung
Italien - Apulien - Salice Salentino
Belvini Beschreibung: In der Farbe ein intensives schwarz mit leuchtendem rubinroten Kern. Die Nase mit komplexem, breiten und überaus fruchtigen Bouquet nach Kirschkonfitüre, Pflaumen undCassis mit Nuancen von Zedernholz, mineralischen Aromen und Tabakblättern. ImGeschmack eine Wucht von Wein, extrem weich, betörend, körperreich, vollmundig, ein sehr edler Wein mit einer Tiefe die einfach nicht endet. Ein Wein welcher für uns in den letzten 5 Jahren unter den Top10 mitspielt und das als Kapitän...
Unendliche Tiefen des Geschmacks
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Der 1973 in Dresden geborene Gunter Tobias Ehinger kochte sich im "Deidesheimer Hof" zum Demi-Chef Poissonier, Rôtisseur und Gardemanger hoch, war Demi-Chef Pattiserie und Chef Entremetier beim Dreisterner Dieter Müllerund holte den ersten eigenen Stern 2004 in der "Oberländer Weinstube“ in Karlsruhe. Seit April 2008 arbeitet er als Chef de Cuisine im Hotel Gran Belveder in Scharbeutz direkt an der Ostsee und dessen Gourmetrestaurant "Diva". Als erster Chef ist er (nach 2009) schon zum zweiten Mal "Koch des Monats" bei Kochmonster.
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Wenn Sie sich die Teller ansehen, die Sie vor fünf Jahren für Kochmonster - „Koch der Woche“ produziert haben – das ist schon ein riesiger Schritt?
Vor allem was das Anrichten betrifft, macht man das heute schon ganz anders. Aber ich bin glücklich, sagen zu können, dass ich so gut wie nie Gerichte gekocht habe, die ich heute aus geschmacklichen Gründen nicht essen möchte.
Es soll ja auch heute noch Köche geben, die ohne Feinpinzette anrichten können...
Ich komme zum Glück auch mit meinen Händen recht weit. Aber es geht nicht um die Anzahl der Komponenten – als ich bei Thomas Bühner und Sergio Herman essen war, hatten sie auch sehr viele Dinge auf dem Teller, aber alles war extrem stimmig. Andererseits hat mir auch die puristische Küche von zum Beispiel Christian Scharrer gut gefallen, bei der ein Gast nicht erst eine endlos lange Anleitung dafür braucht, in welcher Reihenfolge er was essen soll.
Nennen Sie doch mal drei vernünftige Gründe, warum ein 16Jähriger heute noch Koch lernen soll.
Erstens, weil dieser Beruf immer gebraucht wird. Zweitens kann man als Koch sehr viel erleben, man kann in viele Richtungen gehen bis hin in die küchentechnische Industrie. Die Chancen, heute in der Gastronomie aufzusteigen, sind fast noch besser als früher. Nicht nur im Küchenchefbereich. Man muss natürlich die Leistung bringen.
Beschreiben Sie kurz Ihren Kochstil
Früher haben wir das mit „Französischer Küche mit mediterranen Einflüssen“ beschrieben. Die Einflüsse sind immer noch da, auch nutzen wir weiterhin die modernen Techniken der so genannten „Molekularküche“. Insgesamt stehen wir für ein geschmackstiefe Küche, die mit kleinen augenzwinkernden Überraschungen den Abend rund macht.
Nehmen wir an, morgen abend kommt Ihre Oma ins Restaurant und bestellt die neun Gänge. Versteht sie, was sie da isst?
Meine Oma wahrscheinlich nicht, denn sie ist schon eine Weile lang nicht mehr unter uns. Rein geschmacklich wird ihr das schon gefallen, auch wenn sie vielleicht nicht verstehen würde, warum das eine heiß, das andere kalt und das dritte kross ist. Meine Oma hat in meiner Jugend ja viel für mich gekocht, unvergessen ihre Rinderrouladen oder ihre von Tante Elsa inspirierten Thüringer Klöße, da habe ich viel gelernt. Von daher denke ich, es würde ihr bei mir schmecken.
Was waren jenseits ihrer Mutter und Oma die prägendsten Einflüsse?
Auf jeden Fall der Deidesheimer Hof. Ich kam aus dem Hilton, wo wir ja schon echte Frischeküche praktiziert haben. Aber diese Art und Weise mit dieser Perfektion und diesen Produkten, das war schon ein gravierender Unterschied. Und natürlich das Jahr bei Dieter Müller als Entremetier und Pâtissier. Eine derartige geschmackliche Tiefe und Komplexität – das war echte Champions League.
Inklusive Lehrlinge herrschen Sie über 15 Mitarbeiter, davon sechs bis sieben im Gourmet-Teil. Sie sind hier der Feldherr – womit werfen Sie in der Küche auf ihre Köche? Topf oder Löffel?
Töpfe werfen und das Rumgebrülle habe ich nie selbst erlebt. Das läuft schon viel subtiler, es sei denn, in der Küche herrscht ein großes Lautstärkeniveau, das man überschreien muss.
Warum bieten Sie kein vegetarisches Menü an?
Erstens haben wir leider zu wenig Gäste, die ein vegetarisches Menü gezielt abrufen. Aber viel wichtiger ist, dass man auch ohne ein explizit vegetarisches Menü den Gästen gezielt einzelne vegetarische Gänge in der Menüfolge offerieren. Außerdem ist es in meinen Augen fast schon eine Sünde, auf all die wohlschmeckenden nicht-vegetarischen Produkte zu verzichten, nur weil mir das irgendwer vorschreiben will. Das sind doch genau so Naturprodukte. Natürlich fragen wir bei jeder Reservierung nach Unverträglichkeiten und Allergien. Seltsam sind nur die Gäste, die Abends alle möglichen Allergien haben – und am Frühstücksbuffet sehe ich dann, wie sie das alles mit Wonne essen.
Für wen würden Sie gerne einmal kochen und warum?
Eher kennenlernen als kochen: Gerhard Richter vielleicht, oder den Dalai Lama. Aber ich bin glücklich über jeden Gast, der sich für gutes Essen interessiert.
Was können Sie ganz besonders gut kochen?
Kartoffelpüree, Risotto, Fisch, manchmal auch Süßes, wobei mir mein Pâtissier, Herr Ziegler, oft genug zeigt, dass er das viel besser kann als ich.
Auf welches von Ihnen gekochte Gericht sind sie besonders stolz und warum?
Ich hatte mal ein aus heutiger Sicht sehr klassisches Rinderfilet auf Ochsenschwanzjus mit Kartoffelpüree, das war schon richtig toll.
Was ist DIE Todsünde in einer Profiküche?
Das völlig überspitzte Arbeiten, um unbedingt einem Trend hinterherzulaufen.
Ihre schlimmste Koch-Panne?
Vor drei Jahren an Silvester hat eine Menge nicht geklappt, das war der schlimmste Tag seit langem. Interessanterweise haben die Gäste nichts gemerkt.
Was kochen Sie für Ihre Frau/Mann, wenn Sie etwas wiedergutmachen müssen?
Kartoffelgratin und Zitronenhühnchen.
Was war die schlimmste Kochverletzung, die Sie miterlebt haben?
Beim Messertragen habe ich mir Beugesehne den rechten Daumens mit einem Messer durchtrennt.
**Haben Sie in der Küche schon mal geschummelt? **
Ich sag mal so: Manchmal muss man kreativ sein, um seinen Leitgedanken zu erhalten. Notfalls gehe ich raus und biete eine Alternative an, bevor ich ungefragt einen anderen Fisch auf den Teller legen.
Wenn Sie den Rest Ihres Lebens auf einer einsamen Insel verbringen müssten, welche drei Zutaten würden Sie mitnehmen?
Salz, Pfeffer, Zucker.
Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?
Thüringer Klöße, Rotkohl, Rinderroulade.
Restaurant Diva
Gunter Ehinger, der u.a. bei Hans-Paul Steiner und Dieter Müller gelernt hat und 2004 als Küchenchef des Karlsruher „Oberländer Weinstube“ erstmals besternt wurde, gab in seinem ersten Jahr in Scharbeutz richtig Gas, und holte sich 2009 den Michelin-Stern. Weitere Auszeichnungen: 7 Pfannen im Gusto, 15 Gault Millau Punkte.

Gunter Ehinger
Tel +49 (4503) 352 66 00
Fax +49 (4503) 352 66 99
Dienstag bis Samstag 19-22 Uhr

Menü Diva
Menü in 5 Gängen 96,00 € Weinbegleitung 78,00 €
Menü in 4 Gängen 84,00 € Weinbegleitung 52,00 €
Menü in 3 Gängen 72,00 € Weinbegleitung 39,00€
Menü Gastronomique
Menü in 6 Gängen 106,00 € Weinbegleitung 78,00 €
Menü in 5 Gängen 96,00€ € Weinbegleitung 65,00 €
Menü in 4 Gängen 84,00 € Weinbegleitung 52,00 €
Menü in 3 Gängen 72,00 € Weinbegleitung 39,00 €

Gunter Ehinger und sein Team
Hotel Belveder
Direkt an der Ortsgrenze von Timmendorf zu Scharbeutz beginnt der Regenwald. Zumindest seine Simulation, die auch an trüben Tagen Badespaß garantiert: die „Ostsee-Therme“ (Eintritt 14-20 Euro, Familien-Tagespauschale 43 Euro) mit subtropischer Vegetation, 160-Meter-Rutschen, Grotten, Saunalandschaft und Außenpool.

Betreiber ist der Spaßbad-König und Paderborner Bauunternehmer Heribert Stork, der die Idee hatte, neben der Therme mit dem Belveder ein schickes und gediegenes Vier Sterne plus-Hotel m andalusischen Baustil

zu errichten.(Vier Sterne Superior; 83 Zi; 230-430 Euro/DZ;



Kleiner Spa-Bereich; kein Pool, aber kostenlose Nutzung der benachbarten „Ostsee-Therme“.

Hotel Belveder
Das Haus ist so diskret, dass es als Gebäude auf „Google Earth“ und "Google Maps" von oben nicht zu sehen ist – es entwickelte auch sich rasch zu einem beliebten Rückzugsort für bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen, die es sich hier in aller Privatheit mit ihren Kindern gutgehen lassen können. Generell ist die Atmosphäre in diesem Hotel edel-gelassen und sehr entspannt, was auch von Anfang an Plan des von der ersten Stunde an das Haus auf angenehm individuelle Weise leitenden Hoteldirektors Moritz Schmid-Burgk

war.

Strandterasse des Hotel Belveder
Nur wenige Gäste bedauern, dass das Belveder bei aller gediegenen Schickheit nur einen** kleinen, wenngleich hoch prämierten hauseigenen Mini-Spa **anbietet.

Das Wellnesshotel Gran BelVeder wurde vom RELAX Guide 2013 mit insgesamt 13 Punkten bewertet und mit einer Lilie für perfekte Betreuung und Entspannung ausgezeichnet. Einmal mehr beweist das Hotel Gran BelVeder damit, das es zu den besten Wellnesshotels an der Ostsee zählt. Der Relax Guide ist mit mehr als 2.000 bewerteten Wellnesshotels das weltgrößte Portal für die Bereiche Wellness, Kur, Gesundheit und Beauty.
Wer schwimmen will, gelangt über einen eigenen exklusiven Zugang in die Ostsee-Therme. Immerhin gewährt das Haus ein kleines Trostpflaster für Frühaufsteher: Hotelgäste können von acht bis neun Uhr morgens die komplette Ostsee-Therme exclusiv für sich nutzen und sich somit an dem mit Abstand größten Wellnesbereich sämtlicher Ostseehotels erfreuen.

Hotel Gran BelVeder
Timmendorfer Strand
Strandallee 146
23683 Scharbeutz
Tel.: 0 45 03/35 26 600
Fax: 0 45 03/35 26 699
http://www.hotel-belveder.de